Kanu Sicherheit

Paddeln ohne Reue – ein paar Tipps zur Sicherheit beim Kanusport

Das Kanufahren ist eine Sportart, die in der freien Natur, an der frischen Luft und natürlich auf dem Wasser betrieben wird.

Je nach Anspruch bietet sie Romantik, Abenteuer oder auch körperliche Beanspruchung. Dazu findet man in Brandenburg die unterschiedlichsten Fahrtengebiete. Dabei sollte man die Gefahren dieser Natursportart nicht unterschätzen. Auf Gefahren, die man kennt, kann man sich einstellen und Unfälle durch Ausbildung, Ausrüstung und die reale Einschätzung der eigenen Fähigkeiten vermeiden. Der Paddler sollte seine Verhaltensweise den Gegebenheiten anpassen.

Die folgenden Hinweise sollen helfen, die Sicherheit auf der Paddeltour zu erhöhen.

Je besser das Material für das Fahrtengebiet geeignet ist, umso sicherer wird man sich auf dem Wasser bewegen. Immerhin reicht die Palette unserer Brandenburger Paddelgewässer von kleinen Bächen (auch mal vereinzelt mit leichtem Wildwassercharakter), über kleine Kanäle, Flüsse, Ströme bis hin zu kleinen und auch größeren Seen.

Unbedingt sollte man die Unterschiede zwischen schiffbaren und nicht schiffbaren Gewässern beachten. Die Berufsschifffahrt hat in jedem Fall Vorrang. Darauf muss man sich einstellen. Man sollte niemals leichtsinnig die Geschwindigkeit und den Wellenschlag der Fahrzeuge unterschätzen. Die Kenntnis der wichtigsten Schifffahrts- und Schallzeichen ist lebensnotwendig. Nur so kann man sich auf die Manöver der Schiffe einstellen. Oft ist das Paddelboot durch den toten Winkel für den Schiffsführer nicht erkennbar.

Material und Ausrüstung

Die Wahl des Bootes hängt von der Absicht des Kanuten ab:

Kleinflüsse – relativ kurz und wendig
Großgewässer – länger und geradeaus laufend
Fahrt mit Kindern – ein breiteres sicheres Boot

Die Reihe lässt sich unendlich fortsetzen. Dazu kommen noch erhebliche Unterschiede im Material. Kurz:
Der Einsteiger sollte sich unbedingt sowohl von erfahrenen Kanuten im Verein als auch im Fachhandel beraten lassen. Für unsere Gewässer kann ein Vielzweckboot mit ausreichendem Packraum nicht verkehrt sein.

Wesentlich ist, dass das Boot entweder durch Abschottung oder Schwimmhilfen unsinkbar ist. Ein aufholbares Steuer erleichtert das Fahren und hilft, Kraft zu sparen.

Ebenso unendlich ist das Angebot an Paddeln. Länge, Gewicht, Form und Durchmesser des Schaftes sind einige wesentliche Merkmale. Auch hier ist eine Beratung fast unerlässlich.

Zum Schutz gegen Regen und Wellenschlag kommt man ohne Spritzdecke kaum aus.

Wie bei jeder anderen Sportart ist die Kleidung ein wesentlicher Wohlfühl- und Gesundheitsfaktor. In den Fachgeschäften gibt es das Passende für jedes Wetter und jede Jahreszeit.

Letzendlich sollte das gesamte Gepäck wasserdicht verpackt sein. Auch dafür gibt es Packsäcke in allen Größen.

Fahrtengebiete

Ganz entscheidend ist erst einmal das Fahrtengebiet, das man sich für seine sportlichen Aktivitäten auswählt.

Das Hochseepaddeln und das Wildwasserfahren sind sicherlich als gefahrvoller einzustufen als das Paddeln auf „normalen“ Binnengewässern. Im Land Brandenburg haben wir es überwiegend mit solch „normalen“ Binnengewässern zu tun (siehe auch Kanu-Gewässer in Brandenburg)Trotzdem gehör es zur Vorbereitung einer Fahrt, sich auf die Besonderheiten der Gewässer einzustellen.

Auf kleinen Fließgewässern ist mit Hindernissen zu rechnen. Aus- und Einsteigen sowie das Umtragen sind oft nicht ganz einfach.

Auf größeren Seen gibt es Orientierungsprobleme. Der Wind bildet eine zusätzliche Gefahr. Auf die Gefahren auf schiffbaren Gewässern wurde schon hingewiesen.

Verhaltensweisen

Das Schwimmenkönnen ist eine lebensnotwendige Voraussetzung zum Betreiben des Kanusport. Bei Unsicherheit ist das Tragen einer Schwimmweste unerlässlich.

Die Streckenlängen sind der aktuellen eigenen körperlichen Leistungsfähigkeit anzupassen. Dabei ist die Möglichkeit des Gegenwindes unbedingt zu berücksichtigen. Die Überschätzung der eigenen Kraft kann zu gefährlichen Situationen führen.

Zur Vorbereitung auf eine Fahrt gehören die umfassende Information über die zu befahrenden Gewässer sowie deren Wasserstand und über die aktuelle Wetterlage.

Es ist kein Zeichen von Schwäche, wenn man die Befahrung bei widrigen Verhältnissen vorzeitig abbricht oder erst gar nicht antritt. Alleinfahrten bergen besondere Gefahren. Es ist sinnvoll, die Fahrtroute und die geplante Fahrtzeit zu hinterlassen. Ein Mobiltelefon gehört selbstverständlich zur Ausrüstung.

Die Hilfeleistung für Andere, die in Not geraten sind, ist selbstverständlich. Allerdings darf sich der Retter dabei nicht selbst in Lebensgefahr begeben.

Besondere Aufmerksamkeit ist an unübersichtlichen Stellen, wasserbaulichen Anlagen, Schleusen, Wehren, Fähren, schwimmenden Geräten, Reusen usw. geboten.

Rettungswesten

Jeder muss selbst verantwortungsbewusst entscheiden, ob er eine Schwimmhilfe oder gar Rettungsweste trägt.

Sinnvoll ist es, sie für alle Fälle im Boot mitzuführen, um sie bei drohender Gefahr (z. B. Unwetter) oder Rettungsaktionen anzulegen.

Unerlässlich ist sie für Nichtschwimmer und für Kinder.

Winterfahrten bergen besondere Gefahren. Auch hier ist die Benutzung der Schwimmweste zwingend notwendig.

Zusatzhinweise

Die gegebenen Hinweise erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Zur Vertiefung des Themas Sicherheit stehen dem LKV Brandenburg 2 Videos mit folgenden Titeln zur Verfügung, die auf Wunsch ausgeliehen werden:

– Sicherheit im Wildwasser
– Der Ertrinkungsunfall

Außerdem wird im Rahmen der jährlich im Oktober durchgeführten Herbst-Emster-Fahrt ein Sicherheitskurs angeboten. Nähere Informationen im jeweiligen DKV-Sportprogramm und DKV-Bildungsprogramm.

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