Brandenburger Kanuten

Angeregt durch Rudi Landgraf aus Zwickau, bemühte sich der Spremberger Sportfreund Willi Schulze um die Einführung des damals oft unter dem Begriff Kajakslalom ausgeübten Kanusportes, mit dem Boot eine mit künstlichen Hindernissen (Tore) ausgehangene Wettkampfstrecke zu befahren. Dazu bot sich die Kleine Spree mit dem Weißen Wehr in Spremberg an. Erste Versuche dazu gab es im Frühjahr 1950 und schon an der 1. DDR-Meisterschaft am 1.-2.06 1950 in Dessau nahm eine Spremberger Delegation teil. Am 7.10.1950 wurde der erste Slalomwettkampf im Land Brandenburg durch die ZSG Einheit Spremberg am Weißen Wehr durchgeführt. An der 2. DDR-Meisterschaft 1951 beteiligten sich auch Kanuten aus Cottbus, die bei der Verbreitung des Slalomsportes im Lande mitwirkten.
In der Vereinsrangliste Kanu-Slalom des Jahres 1954 sind folgende Vereine erwähnt:

13. Einheit Spremberg
20. Einheit Rathenow
34. Einheit Brandenburg
41. Einheit Cottbus
48. Lokomotive Wittenberge
55. Fortschritt Forst
64. Einheit Forst
88. Lokomotive Cottbus

Diese Vielzahl brandenburger Vereine mit slalomfahrenden Kanuten lässt sich in den Folgejahren leider nicht mehr nachvollziehen. Teilweise waren auch Sportler von Einheit Lübben in den Slalomranglisten zu finden. In den 60iger Jahren verliert sich das Interesse am Slalomsport im Land Brandenburg stark und es sind nur noch die Kanuten von Einheit Spremberg in Ergebnislisten und beim regelmäßigen Training vertreten.

Neben Wettkämpfe auf der Slalomstrecke am Weißen Wehr in Spremberg wurden auch Slalomwettkämpfe in Cottbus (Hammergraben), Forst (Neiße) und insbesondere in Rathenow (Archenwehr) ausgetragen. In Rathenow wurden bis 1958 mehrfach hochrangige Wettkämpfe wie Deutsche und Gesamtdeutsche Meisterschaften veranstaltet. Letzte Nutzungen der Slalomstrecke in Rathenow sind aus dem Jahre 1978 bekannt.

    SG Einheit Spremberg-Slalom

In den 90iger Jahren gab es vereinzelte Ansätze den Slalomsport auch in anderen Vereinen wieder zu beleben. So nahmen Kanuten von Lok RAW Cottbus (1991-1995) und vom KC Rehbrücke (1993) an den Landesmeisterschaften im Kanu-Slalom in Spremberg teil. Dies waren allerdings mehr Versuche von Wildwasserwanderern bzw. ehemaliger Sportfreunde der SG Einheit Spremberg (wieder-) einmal am Wettkampf teilzunehmen. Die Spremberger Slalomstrecke mit ihrer sehr günstigen Lage zum Bootshaus erfreut sich heute großer Beliebtheit bei den Kanuten aus Nah und Fern. Mehrere Wettkämpfe im Jahr bis hin zu DDR-Meisterschaften (1957,1976), Deutschen Schülermeisterschaften (1999 und 2008) sowie Bestenermittlungen und Senioren-meisterschaften German Masters 1990, 1991,1992, 1995,1996, 2000,2005) sprechen für die Beliebtheit der Anlage, für das Engagement der Spremberger Kanuten und die Akzeptanz innerhalb des DKSV der DDR bzw. des Deutschen Kanu-Verbandes.  
Homepage der SG Einheit Spremberg, Slalom

http://www.kanu-spremberg.de/slalom/slalom.htm

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